Neuroökonomie: Erfolgreiches Trading mit wissenschaftlicher Hilfe

12. April 2018 (Vor 6 Jahren)

Was ist Neuroökonomie?

Laut Wikipedia bezeichnet die Neuroökonomie (englisch: neuroeconomics) die interdisziplinäre Verknüpfung der Neurowissenschaften mit den Wirtschaftswissenschaften. Zweck ist die Untersuchung des Menschen als Konsumenten oder Investoren in bestimmten wirtschaftlichen Entscheidungssituationen unter Zuhilfenahme neurowissenschaftlicher Methoden.

Bedeutet also, dieser Zweig der Wissenschaft versucht zu untersuchen, wie das menschliche Gehirn in wirtschaftlichen Entscheidungssituationen funktioniert, umso bessere Rückschlüsse im finanziellen Kontext treffen zu können.

Das Gehirn und finanzielle Entscheidungen

Das Gehirn ist so unglaublich faszinierend und komplex, dass die moderne Wissenschaft bis heute nur einen kleinen Teil, dessen vollständig erforscht hat.
Die folgende Infografik zeigt dir, wie unser Gehirn in finanziellen Entscheidungen funktioniert und warum es uns häufig beim erfolgreichen Traden im Weg steht.

Finanzielle Entscheidungen Gehirn

Fünf Fakten zur Neuroökonomie – Finanzielle Entscheidungen und wie unser Gehirn dabei reagiert und empfindet

Die fünf in der Abbildung dargestellten Fakten begleiten jeden Menschen bei finanziellen Entscheidungen und daher auch im Trading. Deswegen ist es wichtig, sich über diese bewusst zu machen und zu wissen, wie wir mit ihnen umgehen können. Der Ursprung dieser Fakten liegt übrigens oftmals in der Evolution des Menschen, wo diese Verhalten für das Überleben der Menschen wichtig war, uns aber heutzutage eher im Weg steht.

Reflexive und reflektive Informationsverarbeitung

Mag auf den ersten Blick kompliziert klingen, ist es aber nicht. Stell es dir so vor: Dein Gehirn arbeitet in zwei Systemen. Das eine System arbeitet reflexiv, uns bekannt unter dem Begriff intuitiv. Während ich also die Straße entlang radele, möchte ich nicht darüber nachdenken, wie wahrscheinlich es ist, erfolgreich am Ziel anzukommen. Ich mache es einfach und entscheide die ganze Zeit reflexiv.

Um dir den Unterschied zwischen diesem Begriffspaar deutlich zu machen, folgt ein absoluter Klassiker. Schau dir folgende Abbildung an und entscheide: Welche Linie ist länger?

Welche Linie ist länger reflektive reflexive wahrnehmung

Ein Klassiker, um den Unterschied zwischen reflexiver und reflektiver Wahrnehmung zu erklären

Während du reflexiv entscheiden wolltest, fällt deinem reflektiven System in diesem Beispiel auf, dass etwas nicht stimmt. Du reflektierst deine Entscheidung und die Lösung. Spannend hierbei ist es, dass dein reflexives System immer noch denkt, dass (a) länger ist, während dein reflektives System eindeutig festgestellt hat, dass beide Linien identisch sind!

Übertragen wir diese Problematik auf die Börse, wissen wir, warum wir so häufig Fehler machen und so oft emotional und intuitiv handeln. Intuition kann optimal funktionieren, wenn wir die zugrunde liegenden Muster jahrelang studiert haben. Für alle, die noch nicht seit 10 Jahren an der Börse aktiv sind, heißt das: Traue niemals deiner Intuition. Das soll nicht heißen, dass wir ihr keine Wertung schenken dürfen, dennoch müssen wir reflektieren, warum wir so denken.

Versetz dich in folgende Situation, die du wahrscheinlich schon einmal selbst erlebt hast. Du schaust dir Charts an, siehst einen intakten Aufwärtstrend und denkst, dass der Preis der Aktie weiter hochgehen muss.
Wieso denkst du das?
Ab jetzt solltest du diese spontane (reflexive) Antwort reflektieren. Dies schaffst du, indem du dir eine weitere Frage stellst: "Warum hast du recht?" Du musst also objektiv reflektieren, welche Chancen für diese These sprechen, wie hoch die Wahrscheinlichkeiten also wirklich sind.

Wir können also festhalten: Denken wir in Bildern (Bild, dass die Aktie schnell steigt), dann ist unser reflexives System gerade aktiv und wir lassen die Wahrscheinlichkeiten gerade völlig außer Acht. Formulieren wir klare Thesen und reflektieren die Wahrscheinlichkeiten, so handeln wir korrekt und losgelöst von unseren Emotionen. Einen spannenden Einblick in diese Phänomene bietet dir das Buch Your Money and Your Brain: How the New Science of Neuroeconomics Can Help Make You Rich von Jason Zweig*.

Fazit

Zu meinem persönlichen Trading gehört, dass ich meine Entscheidungen überprüfe. Natürlich kommt es trotz der jahrelangen Erfahrung dazu, dass ich reflexive – und in diesen Fällen – schlechte Trades nehme. Dennoch reflektiere ich dann meine möglichen Optionen. Du siehst, wie komplex das ganze Thema des erfolgreichen Tradings doch ist. Erfolgreich Traden muss gelernt werden und ist ein Prozess! Es ist aber möglich, wenn wir wissen, an welchen Schraubstellen wir drehen müssen und wir uns über unsere tief verankerten und evolutionären Verhaltensweisen bewusst sind.

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