Gap-Trading – Kurslücken verstehen und ausnutzen

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Gap Trading

Mithilfe von Gaps eine Tradingstrategie entwickeln? Wir zeigen Dir, wie es geht.

Wir alle haben sie schonmal gesehen und vielleicht auch einiges über sie gehört: Gaps. Das Gap-Trading gehört zu dem Grundhandwerk eines jeden erfolgreichen Traders. Im folgenden Artikel werde ich all Deine Fragen über Gaps und das Gap-Trading beantworten.
Zuerst definieren wir Gaps und schauen uns an, wie diese Kurslücken eigentlich entstehen können.
Danach werde ich Dir die verschiedenen Gap-Typen aufzeigen und die jeweiligen Charakteristika darstellen. Wem dies noch nicht genug ist, serviere ich abschließend noch unterschiedliche Statistiken zu den Gaps. Du kannst also selbst entscheiden, welche Gaps Du folglich wie handeln möchtest.
Interesse geweckt? Perfekt. Auf geht’s…

Wie entstehen Gaps?

Die meisten Gaps (Kurslücken) entstehen, wenn der Markt geschlossen hat. Lag der höchste Kurs von Apple am Vortag bei 110$ und öffnet heute bei 115$, so weist der Chart ein Gap auf.

Aufwärts-Gap: Der Eröffnungskurs muss höher sein, als der der höchste Kurs vom Vortag.
Abwärts-Gap: Der Eröffnungskurs muss tiefer sein, als der tiefste Kurs vom Vortag.

Grundsätzlich können wir eines über Gaps sagen: Aufwärts-Gaps sind als bullisch zu bewerten, während Abwärts-Gaps bärisch einzustufen sind. Doch wie genau entstehen diese Gaps (Kurslücken) jetzt? Einfach ausgedrückt weist die Aktie (oder anderes Handelsinstrument) einen außergewöhnlichen Kauf- oder Verkaufsdruck während des geschlossenen Marktes auf. Dies ist auch der Grund, weshalb wir beispielsweise in den Forex-Paaren selten Gaps (außer bei wichtigen Nachrichten oder über das Wochenende) sehen. Der Markt ist 24 Stunden an fünf Tagen in der Woche geöffnet. Anders ist es daher in den Aktienmärkten. Als Beispiel lässt sich hier die Veröffentlichung von Quartalszahlen anführen. Diese werden in der Regel vor oder nach Markteröffnung veröffentlicht. Dies führt dazu, dass viele Marktteilnehmer bereits in den sogenannten After-Hours oder im Premarket agieren und handeln.

Obwohl die eigentlichen Handelszeiten noch nicht gestartet sind, können Marktteilnehmer die Aktien kaufen oder verkaufen. Dadurch verändert sich der Kurs. Es bildet sich ein Gap zur eigentlichen Markteröffnung.

In welchen Zeitebenen treten Gaps (Kurslücken) auf?

Gaps können auf Tages-, Wochen- & Monatscharts entstehen. Das Volumen gibt hierbei einen entscheidenden Einblick, ob das Gap als signifikant einzustufen ist. Am häufigsten treten Gaps im Tageschart auf, da jeder Tag eine Möglichkeit darstellt, ein Eröffnungs-Gap zu formen. Für ein Gap auf Wochen-Ebene müssten die Definition für ein Gap über das Wochenende – und für ein Monats-Gap – über den Monatswechsel stattfinden.

Natürlich gibt es auch Charts und damit Aktien, welche täglich Gaps aufweisen. Der Grund liegt hier aber nicht in wichtigen Ereignissen. Vielmehr weisen solche Charts und Aktien auf die fehlende Liquidität hin und sollten daher vermieden werden! Die meisten Gaps entstehen, wie bereits angedeutet, zur Handelseröffnung und schließen innerhalb des ersten Tages. Diese kurzfristigen Intraday-Gaps weisen keine Signifikanz auf und können als normale Markt-Volatilität eingestuft werden. Schauen wir uns dies einmal genauer an.

Gap-Trading und die unterschiedlichen Gap-Typen

Wie Dir vielleicht schon aufgefallen ist, gibt es unterschiedliche Ereignisse, durch die Gaps entstehen können. Diese Ereignisse und die damit verbundene Massenpsychologie bestimmen über Verhalten der Händler.

Damit Du dein Gap-Trading zukünftig erfolgreich gestaltest, möchtest Du folgendes wissen:

  • Welche Gap-Typen gibt es?
  • Wie können wir diese erkennen?
  • Wie signifikant sind die Gaps?
  • Wie sieht die Statistik aus?

Common Gaps – Gewöhnliche Kurslücken

Die gewöhnlichen Kurslücken sind meistens nicht signifikant. Es gibt keine wichtigen Nachrichten und folglich auch kein großes Interesse in diese Aktie. Sie entstehen, wenn der Gesamtmarkt „gapped“ oder beispielsweise Dividenden ausgezahlt werden. Das Volumen ist ebenfalls unverändert, was zum schnellen Schließen des Gaps führt. Dies gibt Dir einen ersten Hinweis, bei welchen Aktien Du auf Gap-Close-Strategien gehen solltest!

Breakaway-Gaps – Ausbruchs-Gap

Jetzt wird es endlich spannend. Breakaway-Gaps entstehen, wenn wir aus Trading Ranges (Konsoliderungen) ausbrechen. Lies Dir an dieser Stelle meinen Artikel zur technischen Analyse durch, um die Marktbewegungen besser zu verstehen. Wir kennen Unterstützungen und Widerstände. Innerhalb der Konsolidierungen laufen wir diese über einen langen Zeitraum an. Es verlangt also wahre Kraft einer Seite. Gewinnen die Käufer oder die Verkäufer in diesem Szenario? Brechen wir nun aus dieser Konsolidierung weg, sollten wir ebenfalls gesteigertes Volumen sehen können! Dies gibt Aufschluss darüber, dass eine Seite wirklich gewinnt.

Wann sollte das Volumen nun aber auftreten? Vor dem Ausbruch oder nach dem Ausbruch? Dies ist eine wichtige Frage. Benutzen wir eine einfache Analogie, obgleich sie uns vertraut vorkommt oder nicht. Ein Ausbruch aus einem Gefängnis. Wenden wir unsere ganze Kraft (das Volumen) vor dem Ausbruch, oder nach dem Ausbruch auf?

Szenario 1: Wir haben viel Kraft aufgewendet, um auszubrechen. Mit den exakten Techniken bin ich (leider) nicht vertraut, wir wissen aber was gemeint ist. Die Wand ist eingerissen. Die Flucht startet. Ende. Uns geht die Puste aus. Der wohlgenährte Wärter hatte mehr Ausdauer.

Szenario 2: Wir sind bestens vorbereitet, haben unsere Kraft gespart. Der Aufwand, die Kraft, das Volumen ist vor der geplanten Flucht nicht gestiegen. Sobald die Flucht startet, erhöht sich das Volumen oder unsere Kraft. Wir haben eine größere Chance zu entkommen.

Es ist am Besten, wenn das Volumen erst beim Ausbruch ansteigt!

Gap-Trading - Das Breakaway Gap

Abbildung 1: Das Breakway-Gap im Gap-Trading.

Schauen wir uns ein Beispiel aus dem Aktienmarkt an. Apple (AAPL) konsolidierte einige Monate zwischen 52-62$ bevor wir mit einem großen Gap unter erhöhtem Volumen ausgebrochen sind. Häufig treten die Breakway-Gaps in Folge von klassischen Konsolidierungs-Mustern auf. Dazu gehören steigende/fallende Dreiecke, Head & Shoulder Formationen, Rechtecke, Kanäle und weitere. Die Bewegung wird meistens in Gap-Richtung fortgeführt. Das erste Preisziel kann die einfache Range sein, welches bei ca. 72$ erreicht worden wäre.

Runaway-Gap – Das Fortsetzungs-Gap

Die Runaway-Gaps sind den zuvor kennengelernten Breakaway-Gaps sehr ähnlich. Der Unterschied besteht grundsätzlich darin, dass bei den Runaway-Gaps bereits ein Trend vorliegt. Dieser wird mit den Gaps fortgesetzt. Als Beispiel können wir hier wieder auf Apple setzen.

Gap-Trading - Das Runaway-Gap

Abbildung 2: Das Runaway-Gap im Gap-Trading am Beispiel von Apple.

Nachdem wir nach der langen Konsolidierung mit dem Breakaway-Gap den Aufwärtstrend eingeleitet haben, entstehen weitere Gaps zur Handelseröffnung. Auch hier können wir ein gesteigertes Volumen (dennoch geringer als beim Breakaway-Gap) sehen, welches Aufschluss über die Nachhaltigkeit des Gaps liefert. Ursache hierfür sind häufig weitere branchenspezifische Nachrichten, welche die Aktien beflügeln. Darüber hinaus folgen mehr und mehr Analysten, welche die Ratings und Preisziele der Aktien verbessern und anheben. Auch in diesem Fall bietet es sich wieder an, mit dem Trend und in Richtung des Gaps zu handeln.

Aus meiner persönlichen Sicht ist es nicht unbedingt entscheidend, ob Du den Namen der Gaps weist. Ob Breakaway- oder Runaway. I don’t care! Wichtig ist, dass Du das Volumen und die Psychologie der Marktteilnehmer nachvollziehen kannst. Paarst Du dieses Verständnis mit dem Verständnis der technischen Analyse bist Du auf jeden Fall gut aufgestellt! Kommen wir damit zur vierten und damit letzten Kategorie der Gaps im Gap-Trading.

Exhaustion-Gap oder Erschöpfungs-Gap

Wir sind auf der Flucht und geben nochmal alles. Ein letzter Kraftakt, ein letzter Sprung über einen Bach. Dann ist Schluss. Der Trend und damit unsere Flucht sind beendet. Diese Kategorie ist sehr spannend. Exhaustion-Gaps deuten häufig auf Trendwenden hin. Im Gegensatz zu den anderen Gap-Typen wird der Trend nicht zeitnah fortgeführt. Im Gegenteil. Das Gap wird geschlossen. Dies kann einige Tage oder Wochen dauern.

Gap-Trading - Kurslücken anhand des Exhaustion Gaps

Abbildung 3: Das Exhaustion-Gap im Gap-Trading.

In Abbildung 3 erkennen wir ein solches Exhaustion Gap. Das Gap wurde innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe der Quartalszahlen geschlossen.

Merke: Wird der Trend nach einem Gap nicht zeitnah fortgeführt, kann dies auf ein Exhaustion-Gap hindeuten. Es lohnt sich, die Position engmaschig zu managen.

Es ist sogar vorstellbar, das potentielle Schließen des Gaps zu handeln. Dies ist aber eher fortgeschrittenen Tradern mit einer guten Disziplin und gutem Risiko-Management zu empfehlen.

Statistiken im Gap-Trading

Durchatmen. Du hast es gleich geschafft. Zum jetzigen Zeitpunkt solltest Du schon eine Menge gelernt haben. Damit aber nicht genug. Wir wollen uns ein paar Statistiken zu den unterschiedlichen Gap-Typen im Gap-Trading anschauen. An dieser Stelle kann ich Dir eine Nachtlektüre wärmstens empfehlen. Es handelt sich um die Enzyklopädie der Chart Patterns von Thomas N. Bulkowski (*). Dies ist ein statistisches Meisterwerk. Dementsprechend langweilig zu lesen. Dennoch sind die Informationen es wert!

Statistiken im Gap-Trading

Tabelle 1: Prozentuelle Wahrscheinlichkeit für den Gap-Close innerhalb einer Woche:

In der obenstehenden Tabelle 1 sehen wir die Wahrscheinlichkeiten für einen Gap-Close innerhalb der ersten Woche. Wie bereits angedeutet, ist dies bei Common Gaps (gewöhnliche Gaps) sehr häufig der Fall. Bulkowski unterscheidet in seiner Arbeit ebenfalls noch zwischen Aufwärts- und Abwärtstrends. Möchtest Du dich demnach auf die bestens Gaps fokussieren, so bieten sich all diejenigen an, welche zu einer kleinen Wahrscheinlichkeit schließen. Oder aber, Du entscheidest dich für eine Gap-Close Strategie und nutzt hierfür die gewöhnlichen Kurslücken.

Zusammenfassung

  • Gaps entstehen durch einen erhöhten Kauf-oder Verkaufsdruck während der After-Hours und im Premarket
  • Es gibt vier unterschiedliche Gap-Typen
  • Wir unterscheiden zwischen Common-, Breakaway-, Runaway- und Exhaustion-Gaps
  • Gaps mit einem hohen Volumen sind signifikanter
  • Breakaway- und Runaway-Gaps sollten schnell in die antizipierte Richtung laufen. Andernfalls könnte es ein Exhaustion-Gap sein
  • Common-Gaps (gewöhnliche Kurslücken) schließen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit innerhalb der ersten Woche (siehe Tabelle 1)

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